E-Learning Trends 2021: Digitale Akademie
Beitrag von Andreas Gerster
Die Coronakrise hat im letzten Jahr vor vielen Akteuren der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens keinen Halt gemacht: Schulen mussten digitale Angebote für ihre Schüler*innen schaffen, Unternehmen ihre Belegschaft Homeoffice ermöglichen und Messen fanden, wenn überhaupt, online statt. So gilt: Das Coronavirus hat großen Einfluss auf alle Lebensbereiche.
Diese Tatsache mussten auch viele Akademieleiter und Seminaranbieter hierzulande ins Auge blicken, als während des ersten Lockdowns Präsenzschulungen verschoben, abgesagt oder wegen mangelndem Hygienekonzept verboten wurden und der über Jahre steigende Umsatz von jetzt auf gleich ausfiel. Nicht wenige Akademien sahen ihr Geschäftsmodell in Gefahr und mussten handeln.
Wie gelingt eine nachhaltige Transformation?
Viele Akademien begannen deshalb, kurzfristig ein digitales Angebot auf die Beine zu stellen. Es wurden Lizenzen für Zoom, MS Teams und Co. angeschafft, Präsentationen in PowerPoint erstellt und die akademieeigene Homepage aktualisiert (nicht selten war nun die Rede von „Schulungen jetzt auch online!“). Doch ist es zielführend und aus didaktischer Sicht sinnvoll, den Inhalt einer ehemals 8-stündigen Präsenzschulung nun einfach per Zoom vorzutragen? Und lassen sich überhaupt alle Präsenformate ohne Qualitätsverlust eins-zu-eins im digitalen Raum abbilden? Die Antwort lautet – wenig überraschend – nein. Damit die Transformation der Inhalte gelingt und ein nachhaltiges digitales Angebot auf die Beine gestellt werden kann, braucht es ein Konzept, dass die Transformation möglich macht.

Digitale Akademie: Content- und Lernkonzept
Der digitale Raum bietet eine Vielzahl von unterschiedlichen Lernformaten: Webinare, Erklärfilme, E-Learnings, um nur einige wenige zu nennen. Soll nun ein Präsenzseminar digitalisiert werden, so empfiehlt es sich, für die einzelnen Bestandteile des Seminars ein jeweils passendes digitales Lernformat auszuwählen. Die folgende Grafik veranschaulicht dies beispielhaft. Von einer „One Size Fits All-Lösung“ ist also abzuraten: Content braucht mediale Vielfalt!

Digitale Akademie: Marketingkonzept
Diese mediale Vielfalt führte nicht selten dazu, dass einige Akademien plötzlich neue Zielgruppen erreichen konnten. Doch warum? Hier ein Beispiel: Eine unserer Kundinnen bietet seit über 20 Jahren Sprech- und Stimmtrainings in Unternehmen, Hochschulen und bei Bildungsanbietern an. Auch sie wurde von der Pandemie hart getroffen. Gemeinsam entwickelten wir ein Konzept, um ihre Präsenz-Angebote in ein Online-Format zu übertragen (erfahren Sie hier mehr darüber). Erfolgreich umgesetzt, konnte nun auch die Zielgruppe der Führungskräfte angesprochen werden, die vorher für lange Präsenztrainings keien Zeit aufbringen konnten. Jetzt war allen klar: Um das volle Potenzial ihrer nun virtuellen Akademie auszuschöpfen, musste das Angebot entsprechend vermarktet werden. Der neugeschaffene digitale Content braucht also ein neue Marketingkonzept, um weitere Zielgruppen anzusprechen.

Digitale Akademie: Technikkonzept
Das nicht nur in sondern auch von Schulen gelernt werden kann, beweist das folgende Beispiel. Schulen haben in der Vergangenheit oft für viel Geld teure Geräte wie iPads oder Whiteboards angeschafft. Das Problem dabei? Häufig lag kein Konzept vor, um die neue Technik erfolgreich im Unterricht einzusetzen. Was können Akademien daraus lernen? Technik ist nur Mittel zum Zweck, Blicken sie auf ihr Content-, Lern- und Marketingkonzept, um herauszufinden, welche technische Umgebung sie auf dem Weg hin zu einer digitalen Akademie benötigen, denn Content und Marketing bestimmen die Technik.

Digitale Akademie: Stakeholder-Management
Ein bliebtes Schlagwort, auch für Akademien. So fußt deren Erfolg auf unterschiedlichen Akteuren: Trainer*innen, die die eigentlichen Schulungen durchführen. Kund*innen wie Unternehmen, die deren Belegschafft zu Schulungen schicken. Und Teilnehmer*innen, die im besten Fall die besuchte Schulung bei Freunden oder Kolleg*innen weiterempfehlen. Ändern Akademien nun ihre Strategie und möchten vermehrt Online-Schulungen anbieten, so sollten im Veränderungsprozess auch die erwähnten Aktuere berücksichtigt werden. Trainer*innen, die seit Jahren Präsenzschulungen abhalten, sind nicht immer begeistert, wenn es auf einmal heißt „Go digital!“. Akademien sollten bei der Transformation deshalb auch das Stakeholder-Management mit beachten!

Fazit
Planung ist das halbe Leben. Das gilt auch für Akademien, die ein digitales Angebot schaffen wollen. Um die Planungen zu erleichtern, geben wir Ihnen an dieser Stelle vier Hinweise mit auf den Weg:
- Think big, start small: Starten Sie mit einem Pilotprojekt
- Iterativ und in Ausbaustufen vorgehen (aus jedem Schritt lernen)
- Bedarf an Personal, Zeit und Investitionen realistisch einschätzen
- Unterstützung aller Beteiligten sicherstellen (Kommunikation)
Auch wenn die Coronakrise den Handlungsdruck vieler Akademien schlagartig erhöhte, so galt und gilt dennoch die Devise: Ein gutes Realisierungskonzept entscheidet über den Erfolg.
Schlussendlich bleibt festzuhalten: Die Pandemie wird – Gott sei Dank – eines Tages überwunden sein. Eines wird allerdings bleiben – der Wunsch online, zeit- und ortsunabhängig zu lernen.
Wir unterstützen Sie gerne bei der Konzeption und Erstellung Ihres neuen Angebots.
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